Long Valley Caldera: Erdbebenschwarm im Juni

  • In der Long Valley Caldera gab es ein Schwarmbeben
  • Innerhalb einer Woche wurden 65 Erschütterungen registriert
  • Sie könnten verschiedene Ursachen haben

Erdbeben in der Long Valley Caldera

Datum: 20.06.22 | Zeit: 15:43:06 UTC | Lokation: 37.63 N ; 118.88 W | Tiefe: -1 km | Ml 3,0

Die US-amerikanische Long-Valley-Caldera (LVC) wurde von 8 Erdbeben mit Magnituden bis 3,0 Bereich erschüttert. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 3,0 und ein Hypozentrum in -1 km Tiefe, ereignete sich also oberhalb des Meeresspiegels. Die Epizentren liegen 6-8 km östlich des Ortes Mammoth Lakes, in dem 7900 Menschen wohnen. Diese Daten stammten vom EMSC, wo nur Erdbeben jenseits der Mikroseismizität angezeigt werden. Zählt man die Mikrobeben hinzu, dann kommt man auf 65 Erschütterungen innerhalb einer Woche. Damit ist die Caldera momentan sogar seismisch aktiver, als die Campi Flegrei. Beim SCEDC kann man sich einen Überblick verschaffen.

Bei der Caldera handelt es sich um einen Supervulkan, der das Potenzial hat, besonders starke Eruptionen zu verursachen. Wie die meisten dieser Calderen, so gibt es auch hier ein Hydrothermalsystem, das u.a. für die zahlreichen warmen Quellen der Region verantwortlich ist. So könnten die Erdbeben im Zusammenhang mit dem Aufstieg magmatischer Fluide stehen. Auffällig ist, dass sich die Erschütterungen westlich von Flughafen und Gaspumpwerk ereignen, so dass ein künstlicher Ursprung nicht ausgeschlossen werden kann. Statements von Seismologen sind mir noch nicht unter gekommen.

Tatsache ist, dass es in der LVC öfters zu Schwarmbeben kommt und man bereits vor einigen Jahren dachte, der Vulkan würde sich auf eine Eruption vorbereiten. Spektakulär waren die Erdbebenschwärme der Jahre 1978-1983, 1990-1995, 1996 und 1997-1998. Aber auch im neuen Jahrtausend gab es starke Schwarmbeben, so etwa in den Jahren 2009 und 2017. Eine Studie wies nach, dass die Fluide, die für die Erdbeben verantwortlich gemacht wurden, nicht unbedingt magmatischen Ursprungs sein müssen, sondern durch die Schneeschmelze in den Boden eingetragen werden können. Das zusätzliche Wasser beeinflusst das Hydrothermalsystem und sorgt für veränderten Druck, so dass Erdbeben ausgelöst werden. Ähnliches beobachtete man in der Campi Flegrei, nur dass dort Regenwasser das System beeinflusste.

So bleibt der Ursprung der aktuellen Beben zunächst unklar. Zumindest besteht eine Chance, dass die Beben vulkanisch bedingt sind, auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass der Calderavulkan in absehbarer Zeit ausbrechen wird.

Erdbeben-Nachrichten 20.06.22: Taiwan

Taiwan: Erdbeben M 5,9

Datum: 20.06.22 | Zeit: 01:05:08 UTC | Lokation: 23.67 N ; 121.55 E | Tiefe: 10 km | Mw 5,9

An der Ostküste Mitteltaiwans bebte es mit Mw 5,9. Das Hypozentrum befand sich in einer Tiefe von 10 km. Das Epizentrum wurde 35 km südlich von Hualien City verortet. In der Region gab es in der letzten Zeit häufiger Erdbeben.

Beim EMSC gibt es 2 Wahrnehmungsmeldungen, nach denen der Erdstoß noch in 150 km Entfernung zum Epizentrum als stark beschrieben wurde. Er dauerte ca. 20 Sekunden. Erdbeben dieser Magnitude können bereits Schäden hervorrufen. Es gab mehrere Nachbeben.


Erdbeben Mw 5,0 südlich von Karpathos

Datum: 19.06.22 | Zeit: 23:24:33 UTC | Lokation: 35.18 N ; 27.16 E | Tiefe: 56 km | Mw 5,0

Gestern Abend ereignete sich ein moderater-starke Erdstoß südlich der griechischen Insel Karpathos. Er hatte eine Magnitude von 5,0 und ein Erdbebenherd, der sich in 56 km Tiefe manifestierte. Das Epizentrum befand sich 37 km südlich von Karpathos.


Auvergne: Weitere Erdbeben

Datum: 20.06.22 | Zeit: 02:43:26 UTC | Lokation: 45.61 N ; 2.92 E | Tiefe: 2 km | Ml 2,6

Im französischen Vulkangebiet der Auvergne gab es weitere Erdbeben im 2-er Bereich. Das stärkste Beben brachte es auf Ml 2,6. Es hatte einen Erdbebenherd in nur 2 km Tiefe und ein Epizentrum, das 14 km südlich von Saint-Genès-Champanelle verortet wurde. Innerhalb von 24 stunden gab es 3 Erdbeben.

Hitzewelle in Deutschland bringt Rekordtemperatur und Waldbrände

Am Wochenende erreichte die Hitzewelle, die seit Wochen Spanien und Frankreich im Griff hat, Deutschland und bescherte dem Land Rekordtemperaturen und Waldbrände, die Zeitweise außer Kontrolle waren. Der Kampf gegen dem Klimawandel steckt dabei in einer Sackgasse.

  • In Cottbus wurde ein neuer Juni-Temperaturrekord aufgestellt
  • Hitzewelle begünstigt Waldbrände in Brandenburg
  • Sackgasse im Kampf gegen dem Klimawandel durch Russland-Embargos

Hitzewelle bringt Juni-Rekordtemperatur

Gestern kletterte das Thermometer bis auf 39,2 Grad Celsius, womit ein neuer Temperaturrekord für die 2. Dekade des Monats Juni aufgestellt wurde: Noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde so früh im Jahr eine so hohe Temperatur festgestellt. Dieser Wert wurde in Cottbus gemessen. Die meisten Klimaforscher sind sich mittlerweile einig, dass die immer häufiger auftretenden Hitzewellen, bei denen auch immer wieder Temperaturrekorde aufgestellt werden, mit dem Klimawandel zusammenhängen.

Waldbrände als Folge von Hitze und Trockenheit

Ins gleiche Horn stoßen regionale Trockenperioden, die auch immer öfters und früher im Jahr beobachtet werden. Die Trockenheit, gepaart mit der Hitze, schaffen ideale Bedingungen für Waldbrände. So kam es dann auch dazu, dass am Wochenende mehrere Waldbrände ausbrachen. Die meisten manifestierten sich im Bundesland Brandenburg. Feuer wurden aber auch aus Hessen gemeldet. Im brandenburgischem Landkreis Potsdam-Mittelmark brennen zwei große Waldflächen bei Treuenbrietzen und Beelitz. Die beiden Brandherde liegen 40 km von Potsdam entfernt und finden sich in einem Umkreis von 20 km. Zeitweise waren mehr als 1200 Einsatzkräfte vor Ort und es wurden Löschhubschrauber eingesetzt. Trotzdem waren die Flammen außer Kontrolle und es mussten gut 600 Anwohner evakuiert werden. Beim Ort Treuenbrietzen brennt der Wald auf einer Fläche von 200 Hektar. Die Feuerwehr spricht von einem Vollbrand der Bäume. Das heißt, dass die gesamten Bäume in Flammen stehen und auch die Stämme brennen. In der Nacht zogen Gewitter über Brandenburg hinweg, so dass sich die Lage mittlerweile entspannte.

Kampf gegen den Klimawandel

Immer mehr Menschen sehen ein, dass es nötig ist, den Kampf gegen den Klimawandel voranzutreiben, so dass die Folgen nicht komplett aus dem Ruder laufen. Die aktuelle geopolitische Situation wirkt dem allerdings entgegen. Die Russlandsanktionen, und die damit drohende Energiekrise, bringen nun die Diskussion mit sich, dass Kohlekraftwerke nicht nur länger am Netz bleiben sollen, sondern auch reaktiviert werden. Ähnliche Überlegungen gibt es auch für Atomkraftwerke. Dummerweise benötigen diese Kraftwerke ebenfalls Brennstoffe, die zum großen Teil aus Russland kommen. Einzige heimische Alternativen wären die Braunkohleförderung zu erhöhen und Gas aus Ölschiefer zu fördern, den es auch in Norddeutschland gibt und mittels dem verbotenen Fracking gefördert werden könnte. Es sieht so aus, als würden wir in einem Dilemma feststecken, aus dem es kein klimafreundliches Entkommen gibt.

Vulkan-News am 20. Juni: Shiveluch

Shiveluch mit Aschewolken

Staat: Russland | Koordinaten: 56.65; 161.36 | Eruption: Dom

Seit gestern Abend stößt der Shiveluch auf Kamtschatka (Russland) wieder Aschewolken aus. Laut VAAC Tokio steigen sie bis auf einer Höhe von fast 9000 m auf und driften in Richtung Osten. KVERT warnt vor weiteren Eruptionen, die eine Gefahr für den Flugverkehr darstellen könnten. Im Krater des Vulkans wächst ein Lavadom. Die Aschewolken könnten rein explosiv gefördert werden, oder im Zusammenhang mit Abgängen Pyroklastischer Ströme stehen.


Ruapehu mit starkem Tremor

Staat: Neuseeland | Koordinaten: -39.28, 175.57 | Eruption: Hydrothermal

Am neuseeländischen Vulkan Ruapehu begann am Freitag eine erneute Phase mit starkem Tremor, der über das Wochenende anhielt. Generell sah es in den letzten Wochen nach Entspannung der Situation aus, da die Tremoraktivität seit 3 Wochen rückläufig war. Das Gleiche gilt für die Wassertemperaturen des Kratersees: Sie sanken auf 22 Grad und stabilisierten sich auf diesem Niveau. Der Alarmstatus bleibt auf „2“.


Ätna mit erhöhtem Tremor

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Staat: Italien |Eruption: Strombolianisch

Am Wochenende wurde die effusive Eruption offiziell für beendet erklärt. Der Tremor ist allerdings weiterhin erhöht und bewegt sich im gelben Bereich, nahe der Grenzte zum roten Areal. Dabei gab es seit gestern etwas stärkere Fluktuationen als sonst. Es wird ein moderates Wärmesignal registriert. Dieses stammt aus der Bocca Nuova. Aus Richtung des Zentralkraters kommen auch Infraschallereignisse mittlerer Stärke, die auf explosive Aktivität hindeuten. Der Vulkan könnte also strombolianisch aktiv sein.

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