Vulkan Erta Alé am 04.09.23

Staat: Äthiopien | Lokation: 13.60, 40.70 | Aktivität: Hawaiianisch

Erta Alé mit starker Wärmestrahlung durch Vulkanausbruch

Der äthiopische Vulkan Erta Alé liegt in der Wüste Danakil und emittiert heute eine hohe Wärmestrahlung. Laut MIROVA hat sie eine Leistung von 324 MW. In der elliptischen Caldera des Vulkans liegen 2 Krater. Im kleineren Südkrater brodelte Jahrzehnte lang ein Lavasee. Dieser war zuletzt gedeckelt und auf der Erstarrungskruste hatten sich 2 Hornitos gebildet, von denen sporadisch Lavaspattering ausging. Auf Satellitenfotos im Infrarotbereich sind dort zwei kleine Hotspots zu sehen. Im größeren Nordkrater bilden sich ab und zu Lavaströme, die den flachen Boden des Kraters fluten. Die Lava strömt auch hier meistens aus der Basis eines Hornitos, der sich am südlichen Kraterrand befindet. Spekulativ ist, dass es auch heute zu so einem Lavaüberlauf gekommen ist. Bis wir Genaueres wissen, müssen wir wohl auf ein aktuelles Satellitenfoto warten.

Gelegentlich git es auch Augenzeugenberichte von einheimischen Vulkanführern. Touristen verirrten sich in den letzten Jahren nur noch selten an der Erta Alé, da es im Grenzgebiet zu Eritrea einen Bürgerkrieg gab und es immer noch zu Unruhen kommt. Ein Phänomen, dass Vulkanspottern spätestens seit Corona wieder vermehrt einen Strich durch die Vulkanreisepläne macht. Hinzu kommen extrem gestiegene Reisepreise, die besonders im Safari-Bereich und bei Fernflügen zu Buche schlagen: So kostenten Fernflüge in diesem Sommer teilweise bis zu 40% mehr als vor Corona. Das gleiche gilt für Mietwagen. Besonders Safari-Pauschalreisen verteuerten sich extrem und in einigen Regionen bezahlt man doppelt so viel wie noch vor 3 Jahren. Von diesen Preiserhöhungen ist besonders Afrika betroffen, aber auch Südamerika, Japan und die USA. Näher auf dieses Thema werde ich bei meinem Bericht zu meiner jüngsten Keniareise eingehen, der gerade in Vorbereitung ist.

Doch zurück zum Erta Alé: Schaut man sich die eingebundene Grafik an, sieht man, dass der aktuelle Peak in der Wärmestrahlung mit den anderen in diesem Jahr korreliert. Tatsächlich wurden diese überwiegend durch entsprechende Lavaüberläufe im Nordkrater verursacht. Sobald weitere Erkenntnisse zur eruptiven Situation vorliegen, gibt es hier ein Update.

Zusammenfassung:

  • Vom Vulkan Erta Alé geht eine hohe Thermalstrahlung mit 324 MW Leistung aus.
  • Sie wird wahrscheinlich von einem Lavaüberlauf im Nordkrater verursacht.

Unwetter in Spanien kosten Menschenleben -News vom 04.09.23

Unwetter mit Starkregen verursachen Überflutungen in Madrid

In mehreren Regionen der iberischen Halbinsel gab es am Wochenende verheerende Unwetter mit Sturmböen und Starkregen. Regional fielen innerhalb weniger Stunden 140 Liter Regen. In einigen Berichten heißt es sogar, dass die Rekordmenge von 240 Litern Regen pro Quadratmetern niedergingen. Nach den Hitzewellen im Sommer sind die Böden ausgetrocknet und konnten die Wassermassen nicht aufnehmen. Auch die Kanalisationen waren überfordert. Flüsse verwandelten sich in reißende Ströme und traten über die Ufer. Es kam zu starken Überflutungen mit Springfluten, die große Zerstörungen anrichteten. Fahrzeuge wurden von den Wassermassen mitgerissen. In machen von ihnen saßen noch die Insassen, die sich nicht mehr retten konnten, und ertranken. In einem besonders dramatischen Fall gerieten Vater und Sohn mit ihrem Fahrzeug bei Navarra nahe Madrid in den Fluss Alberche. Während der Vater nur noch tot geborgen werden konnte, fanden Rettungskräfte den Jungen später unter einem Baum sitzend. Die Fluten rissen nicht nur Fahrzeuge mit, sondern brachten auch eine Brücke über den Fluss zum Einsturz. Heute Morgen sind in der besonders stark betroffenen Region Toledo spezialisierte Einsatzkräfte unterwegs und bergen Menschen, die auf ihren Hausdächern Zuflucht gesucht hatten.
In den Regionen Madrid, Kastilien und León, Kastilien-La Mancha, und für das Baskenland und La Rioja wurde die heute zweithöchste Katastrophen-Warnstufe „gelb“ ausgerufen. Auf Videos, die in den sozialen Medien geteilt werden, sind Szenen zu erkennen, wie man sie sonst eher in Katastrophenfilmen sieht: Wassermassen schießen durch enge Hausschluchten, Wasser dringt in U-Bahnen ein, Dächer werden abgedeckt. Dabei ist nicht nur das spanische Festland von den Unwettern betroffen, sondern auch die Balearen-Inseln und andere beliebte Urlaubsregionen am Mittelmeer. So kann man auch als Tourist schnell in die Unwetter gelangen und Opfer einer Naturkatastrophe werden. Heftige Unwetter gab es z. B. auch in Portugal, in Kroatien und Slowenien.

Zudem machen auch Meldungen über unwetterbedingte Naturkatastrophen von anderen Erdteilen die Runde. Besonders hervorgehoben werden starke Regenfälle in der Wüste des US-Amerikanischen Bundesstaates Nevada, wo das mehrtägige Musikfestival „Burning Man“ im Schlammchaos versank.

In den unwettergeplagten Regionen Europas gibt es noch keine Entwarnung: wir haben wieder eine Omega-Wetterlage, bei der ein großes Hochdruckgebiet über Deutschland von mehreren Tiefdruckgebieten umgeben ist. Das Wettersystem ist praktisch ortsstabil und unter den Tiefdruckgebieten drohen weiter heftige Unwetter mit Rekordniederschlägen.

Ätna mit Erdbeben am 04.09.23

Erhöhte Seismizität am Ätna

Datum 01.09.23 | Zeit: 09:15:13 UTC | 37,789 ; – 14,884 | Tiefe: 17,88 km | Md 2,3

In den letzten Tagen zeigte sich Seismizität unter dem sizilianischen Vulkan Ätna weiter leicht erhöht. Heute erschienen auf der Shakemap des INGV 7 weitere Erschütterungen, die sich seit dem 1. September unter dem Ätna zugetragen hatten. Die meisten Beben manifestierten sich im Bereich der unteren Nordwestflanke des Vulkans. Der stärkste Erdstoß brachte es auf eine Magnitude von 2,3 und hatte ein Epizentrum, das 4,5 km östlich von Bronte lag. Die Tiefe des Erdbebenherds befand sich in 18 km. Damit ging der kleine Schwarm einher mit den Beben, die sich wenige Tage früher in der Region zutrugen. Die jüngeren Beben lagen nur etwas näher an Bronte, genauer, unter dem Bereich der Flanke, auf dem bereits mehrere Lavaströme in Richtung des Ortes flossen und ihn fast zerstört hätten. Vermutlich standen die Erschütterungen mit Magmenaufstieg im Zusammenhang. Neue geophysikalische Messdaten werden erst morgen im Bulletin des INGV veröffentlicht. Ich gehe nicht davon aus, dass es zu einer außerordentlichen Inflation gekommen ist, die über den praktisch immer stattfindenden langsamen Schmelzzufluss in tieferen Etagen des Vulkans stattfindet. Doch der Vulkan lädt sich permanent auf und so lassen größere Eruptionen selten länger als einige Monate auf sich warten. Im Moment ist der Ätna sporadisch strombolianisch tätig, wie man auf einem Foto sehen kann, dass von Dr. Boris Behncke auf X geteilt wurde (Beitrag entfernt).

Der Atem des Vulkans

Dass der Vulkan aktiv ist, sieht man auch sehr schön an einem neuen Video des lokalen Fotografen Giò Giusa. Er bestieg am Wochenende den Rand des Zentralkraters und filmte den Atem des Vulkans. Gemeint sind die starken Entgasungen aus dem neuen Pit in der Bocca Nuova, die für die Entstehung der Dampfringe verantwortlich sind. Die Entgasungen werden durch kleine Explosionen tief unten im Schlot ausgelöst und erfolgen stoßweise. Nach jedem Ausatmen sieht es so aus, als würde der Ätna einatmen, denn ein Teil des Dampfes wird wieder aktiv in den Schlot gesogen. Das geschieht wohl aufgrund eines Unterdruckes, der entsteht, wenn die explodierende Magmablase im Schlot nach Entlassen des Gases kollabiert und das hochgeschleuderte Material wieder in den Schlot zurücksackt. Vergleichbares konnte ich 2002 an einem Lavastrom beobachten, der oberflächlich erstarrt war: An einem Entgasungsloch, in dem es unten noch glühte und plastische, verformbare Schmelze vorhanden war, kam es zu Entgasungen. Wenn sich das Gas unter der Erstarrungskruste ansammelte, blähte sich der gesamte Lavastrom im Bereich des Entgasungsloches auf. Wenn der Druck zu groß wurde, kam es zur stoßweisen Entgasung. dampf steig auf und nach dem Ausatmen sackte der Lavastrom wieder in sich zusammen und atmete dabei ein. Das Ganze erinnerte an einem Blasebalg. Leider lässt sich das Video hier nicht einbinden, aber ihr könnt es in unserer FB-Gruppe sehen.