Erdbeben-News 14.03.23: Griechenland

Erdbeben Mw 5,4 westlich der griechischen Insel Kreta

Datum 14.03.23 | Zeit: 16:36:00 UTC |  35.54 N ; 22.13 E | Tiefe: 10 km | Mw 5,4

Heute Nachmittag um 16:36 UTC bebte die Erde im zentralen Mittelmeer. Das Erdbeben hatte eine Moment-Magnitude von 5,4 und ein Hypozentrum in 10 km Tiefe. Das Epizentrum befand sich westlich von Kreta und wurde in 274 km Entfernung von Heraklion ausgemacht. Näher lag die südgriechische Stadt Gýtheio. Von dort aus lag das Epizentrum 141 km entfernt. Dem EMSC liegen Wahrnehmungsmeldungen vor, größere Schäden wurden bis jetzt allerdings nicht gemeldet.


Türkei: Erdbeben Mb 4,8

Datum 14.03.23 | Zeit: 14:49:48 UTC | 37.87 N ; 37.39 E | Tiefe: 2 km | Mb 4,8

Im Zentraltürkischen Erdbebengebiet an der Ostanatolischen Verwerfung gibt es immer noch Nachbeben. Das Stärkste heute brachte es auf eine Raumwellen-Magnitude von 4,8 und hatte einen Erdbebenherd in 2 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 17 km nord-nordöstlich von Çağlayancerit verortet.


Yellowstone: Erdbebenserie im Westen

Datum 13.03.23 | Zeit: 20:45:32 UTC | 44.64 N ; 111.05 W | Tiefe: 12 km | Ml 2,5

An der westlichen Nationalparkgrenze des Yellowstone manifestierte sich ein kleiner Erdbebenschwarm. Die Sequenz bestand aus acht Erschütterungen im Zweier-Bereich. Die höchste Magnitude lag bei 2,5. Die Tiefe des Hypozentrums wurde vom EMSC mit 12 km angegeben. Das Epizentrum wurde 5 km östlich von West Yellowstone lokalisiert.

Naturkatastrophen-News 14.03.23: Zyklon Freddy

Zyklon Freddy richtet Verwüstungen im südlichen Ostafrika an

Bereits seit 2 Wochen wütet Zyklon Freddy im südlichen Ostafrika und richtete große Zerstörungen an. Neben Windschäden verursachen Überflutungen infolge von tagelangem Starkregen Probleme. Mittlerweile sind mehr als 220 Menschen getötet worden, wobei eine große Dunkelziffer vermutet wird, da die mediale Infrastruktur der Region zusammengebrochen ist. Das Ungewöhnliche an der Situation ist, dass der Tropensturm solange aktiv ist und zwischen den Ländern Madagaskar, Malawi und Mosambik hin und her zu pendeln scheint. Dabei ist Freddy kein afrikanischer Sturm, denn er entstand bereits am 6. Februar vor Australien und überquerte den Indischen Ozean und legte dabei eine Strecke von mehr als 8000 km zurück. Das Besondere an diesem Sturm ist, dass er sich nach seinem ersten Landfall in Mosambik nicht abschwächte, sondern praktisch an der Küste abprallte und wieder aufs Meer hinauszog, wo er neue Energie tankte. Dabei wurden zeitweise Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 km/h erreicht.

Neben den Todesopfern sind enorme Sachschäden entstanden, die sich auf mehrere Milliarden US-Dollar belaufen sollen. Mehr als 260.000 Menschen wurden direkt vom Sturm getroffen und kämpfen gegen das Hochwasser an. In Mosambik wurden über 30.000 Gebäude zerstört oder beschädigt. Es kam zum Zusammenbruch der Infrastruktur und massiven Stromausfällen. Aufgrund der Trinkwasserverschmutzung drohen Seuchen wie Cholera. Auf 40,000 Hektar wurden agrarwirtschaftliche Produkte vernichtet.

Freddy hat das Potenzial, als Rekordsturm eingestuft zu werden. Er könnte sich langfristig auf die betroffene Region auswirken, indem das Wasser nur langsam zurückweicht. Weiter nördlich, in dem ostafrikanischen Kenia, sehnt man sich hingegen nach etwas Wasser, denn das Land leidet seit Monaten unter einer der schlimmsten Dürren seit Jahrzehnten.

In einigen Regionen von Freddys Ursprungskontinent Australien kämpft man dagegen ebenfalls gegen massive Überschwemmungen an. Besonders stark betroffen ist Queensland. Obwohl der australische Bundesstaat in den letzten Jahren oft von Hochwasserkatastrophen getroffen wurde, spricht man dort von einem Jahrhunderthochwasser.

Vulkan Askja am 14. März 2023

Staat: Island | Koordinaten: 65.03, -16.75 | Aktivität: Fumarolisch

Calderasee der Askja wieder zugefroren

Der Öskjuvatn der Askja ist seit letzter Woche wieder komplett zugefroren. Das zeigen Satelliten-Aufnahmen. Die Eisdecke schloss sich um den 8. März wieder komplett. Bereits in den Tagen zuvor schrumpfte die eisfreie Fläche. Als Grund für das neue Zufrieren des Sees werden niedrigere Lufttemperaturen angegeben. Im Februar war das Eis auf dem See überraschenderweise geschmolzen, obwohl während der Wintermonate eine permanent geschlossene Eisdecke typisch ist. Das Eis schmolz, weil geothermale Lösungen in den See geflossen sind und möglicherweise noch fließen. Die Lösungen sollen magmatischen Ursprungs sein und im Zusammenhang mit der Magmenintrusion unter dem Vulkan stehen. Die Bodenhebung betrug an der Messstation OLAC maximal 52 Zentimeter. Dieser Wert wird aktuell etwas unterschritten. Offenbar findet momentan keine neue Intrusion statt oder evtl. aufsteigendes Magma quetscht sich durch einen Dyke in Richtung Herdubreid. Die Seismizität im Bereich des Tafelvulkans fluktuiert und ist oft leicht erhöht, liefert aber keine Anzeichen für einen massiven Magmenaufstieg, der kurzfristig zu einer Eruption führt. An der Askja sieht es ähnlich aus. Dort ist die Seismizität sogar geringer als am Herdubreid.

Die Seismizität unter Island war in der letzten Woche im Allgemeinen erhöht. Im Fokus standen dabei einige Beben mit Magnituden im 3-er-Bereich, die sich unter dem subglazialen Vulkan Katla ereigneten. Doch auch hier blieb die Bebentätigkeit weit hinter dem zurück, was man vor einem Vulkanausbruch erwarten würde.

Schwache Erdbeben gab und gibt es auch im Süden von Island. Hier ist besonders die Gegend um Selfoss betroffen. Auf der Reykjanes-Halbinsel ereignen sich aktuell vergleichsweise wenige Erdbeben. In den letzten 2 Tagen wurden dort nur 18 Erschütterungen registriert, wobei sich einige Erschütterungen am Ende des magmatischen Gangs ereigneten, der in den letzten 2 Jahren die Eruptionen am Fagradalsfjall speiste. Momentan sieht es aber nicht so aus, als würde sich die Eruptionsserie mittelfristig fortsetzen.

Alles in allem gibt es zwar eine gewisse Seismizität an einigen isländischen Vulkangebieten, aber keines sehe ich vor einem unmittelbaren Vulkanausbruch stehen. Die Chancen für einen Ausbruch innerhalb von Monaten stehen an Askja und Katla nicht ganz so schlecht. Am Fagradalsfjall ist es ziemlich ruhig, aber eine neue Magmenintrusion ist nötig, bevor wir dort weitere Eruptionen sehen werden.

Vulkan-News 14.03.23: Nyamuragira

Staat: DRK | Koordinaten: -1.41, 29.20 | Aktivität: Seismik

Nyamuragira mit erhöhter Seismizität

Der Schildvulkan Nyamuragira liegt in der Demokratischen Republik Kongo und steht möglicherweise vor einem Vulkanausbruch. Das berichten lokale Medien unter Berufung einer Warnung vom zuständigen Vulkanobservatorium in Goma (OVG). Demnach soll es in geringen Tiefen zu einem Schwarm hybrider Erdbeben gekommen sein, die normalerweise von unterirdischen Magmenbewegungen verursacht werden und auf eine Magmenintrusion hindeutet. Der Direktor des OVG Adalbert Muhindo warnt insbesondere Piloten das Gebiet mit Vorsicht zu überfliegen, da starke Explosionen Vulkanasche fördern könnten, die eine Gefahr für den Flugverkehr darstellen. Außerdem könnten vulkanische Produkte wie Asche und Schlacke aus dem Vulkan auf bewohnte Gebiete fallen. Dennoch erklärte Muhindo: „Wir empfehlen der Bevölkerung von Goma, Ruhe zu bewahren und ihren Geschäften ungehindert nachzugehen“.

Normalerweise treten die geschilderten Phänomen am Nyamuragira selten bis gar nicht auf, denn für gewöhnlich eruptiert der Vulkan effusiv und fördert dünnflüssige Lavaströme basaltischer Zusammensetzung. Während sich die Aktivität in den letzten Jahren auf den Calderabereich am Gipfel des Vulkans beschränkte, gab es in der Vergangenheit sehr wohl größere Flankeneruptionen, bei denen sich große Eruptionsspalten öffneten und Lavafontänen Lavaströme speisten. Die letzte Flankeneruption ereignete sich 2011. Damals öffnete sich eine 1 km lange Spalte. Die Lavaströme flossen aber überwiegend innerhalb der Nationalparkgrenze. Anders verhielt es sich im Jahr 1938. Bei dieser Eruption entstand ein 30 km langer Lavastrom, der in den Kivusee mündete. Sollte sich so etwas heutzutage ereignen, gäbe es eine neue Katastrophe, wie sie zuletzt 2018 vom Nachbarvulkan Nyiragongo ausging.

Interessanterweise zeigen sich die beiden benachbarten Vulkane auf einem ungewöhnlich wolkenfreien Sentinel-Bild von letzter Woche fast kalt. Einzig aus den Förderschloten der Vulkane wird ein wenig Wärme emittiert, die anzeigt, dass im Untergrund noch Magma schlummert. In den vergangenen Monaten gab es fast ständig kurze Lavaströme im Krater des Nyamuragira. Vielleicht leidet der Vulkan aktuell an Verstopfung.

Schaut man sich die Sentinel-Satellitenfotos der anderen aktiven Vulkane Afrikas an, dann erkennt man am tansanischen Ol Doinyo Lengai ebenfalls nur eine recht kleine thermische Anomalie. Sie zeigt aber an, dass in wenigstens einem zentralen Hornito Natriumkarbonatit brodelt. Weiter im Norden, am äthiopischen Vulkan Erta Alé zeigt sich nichts. Zum ersten Mal seit langem sind sowohl der Nordkrater als auch der Südkrater, in dem Jahrzehntelang ein Lavasee brodelte, kalt.

Update 16:00 Uhr: Wie es aussieht, ist der Nyamuragira bereits ausgebrochen. Lokale Medien zeigen rot illuminierte Wolken am Vulkan. Demnach soll die Eruption bereits gestern Nacht begonnen haben. Genaue Berichte liegen noch nicht vor.