Erdbeben News 04.02.23: Neuseeland

Erdbeben Mw 5,0 erschüttert neuseeländische Taupo-Caldera

Datum: 03.02.23 | Zeit: 23:14:20 UTC |  38.94 S ; 175.88 E | Tiefe: 90 km | Mw 5,0

Gestern Nacht (vor Ort war es Mittag) manifestierte sich am Südostrand der Taupo-Caldera in Neuseeland ein Erdbeben der Magnitude 5,0. Das Hypozentrum lag in 90 km Tiefe und befand sich damit in der Asthenosphäre. Das Epizentrum wurde 8 km nordöstlich von Turangi verortet. Diese Daten stammen vom EMSC. Geonet verortete das Beben in 20 km Entfernung zum Ort und in 81 km Tiefe.

Geonet und lokale Medien berichteten über das Erdbeben. Bei Geonet gingen mehr als 2200 Wahrnehmungsmeldungen von Menschen ein, die das Erdbeben spürten. Nur zwei Bebenzeugen beschrieben das Ereignis als extrem stark. Die Allermeisten empfanden es als schwach. Das Beben war auf der gesamten neuseeländischen Nordinsel zu spüren gewesen. Interessanterweise gab es kaum Meldungen von Personen, die nahe des Epizentrums wohnen. Diesen Umstand erklären die Seismologen mit der Tiefe des Hypozentrums und dem Verlauf der tektonischen Platten unter Neuseeland. In einem Geonet-Statement heißt es: „Dies ist auf die Tiefe und die Lage auf der subduzierenden tektonischen Platte unter der Nordinsel zurückzuführen – die meiste Energie des Bebens wandert nach oben und entlang der Platte zur Oberfläche im Osten und Süden der Nordinsel. Das Beben steht nicht in Zusammenhang mit dem Taupō-Vulkan.“

Es handelte sich also um ein tektonisches Erdbeben, dass sich an einem Stück subduzierter Kruste ereignete. Die Subduktionszone verläuft vor der Nordinsel östlich der Küste und schneidet dann die Südinsel, um dort vor die Westküste zu wechseln. Dabei verändert die Störungszone auch ihren Charakter und wandelt sich in eine Transformstörung. Vor der Nordinsel wird die Pazifische Platte subduziert, die unter die Indoaustralische Platte abtaucht. Im Bereich der Taupo-Caldera hat sie offenbar eine Tiefe von ca. 90 km erreicht und wurde am weiteren Abtauchen gehindert, indem sie sich an der indoaustralischen Platte verhakte. Es entstanden Spannungen, die sich in dem Erdbeben entluden.

Die Taupo-Caldera stand im Herbst letzten Jahres im Fokus der Berichterstattung, weil sich dort ein Schwarmbeben vulkanischen Ursprungs manifestierte. Diese Aktivität schwächte sich inzwischen deutlich ab, doch die Seismizität liegt immer noch etwas über dem üblichen Niveau. Im letzten Geonet-Bericht von vor 3 Wochen hieß es, dass es auch noch Bodendeformation geben würde. Das stärkste Ereignis manifestierte sich am 30. November, als es zu einem Erdbeben M 5,7 kam, in dessen Folge sich der Boden um 18 cm hob. Der Alarmstatus steht auf „1“.

Erdbeben-News 03.02.23: China

Erdbeben Mw 5,1 erschüttert den Norden Chinas

Datum: 03.02.23 | Zeit: 12:04:20 UTC |  37.05 N ; 96.98 E | Tiefe: 10 km | Mw 5,1

Ein Erdbeben der Magnitude 5,1 erschütterte erneut den Norden der chinesischen Region Qinghai. Das Hypozentrum befand sich in einer Tiefe von 10 km. Das Epizentrum wurde 233 km süd-südwestlich von Yanglong lokalisiert. In dem Ort am Nordrand des Qinghai–Tibet Plateaus leben nur ca. 2400 Menschen. Nur 10 Minuten später folgte ein zweites Erdbeben Mw 5,0. Man kann also von einem Doppelwumms sprechen.

Das Hochland des Qinghai–Tibet Plateaus wird von zahlreichen Seen geprägt. Einer dieser Seen ist der Qinghai-See in dessen Nähe das Erdbeben lag. Ein paar Hundert Kilometer weiter liegt ein riesenhaftes Wüstengebiet, zu dem auch die Wüsten Taklamkan und Gobi gehören. Stellt man sich eine Linie zwischen den beiden Wüsten vor, dann lag das Epizentrum etwas südlich einer dieser Linie und zwar in der Mitte zwischen den Wüsten. Das Beben manifestierte sich also in einer sehr entlegenen Region Chinas, die dennoch (oder gerade deswegen) zu den faszinierendsten Landschaften der Erde zählt.

Das Wüstengebiet liegt im Windschatten des Himalaya-Gebirges, an das sich das Qinghai–Tibet-Plateau anschließt. Das Plateau war jüngst Forschungsgegenstand zahlreicher Geowissenschaftler, die übereingekommen sind, dass hier ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der Plattentektonik liegt. Bislang nahm man an, dass das Plateau aus mehreren Blöcken des Urkontinents Gondwana besteht, die sich bei der Schließung des urzeitlichen Tethys-Meeres im Plateau akkumulierten. Neue Studien ergeben aber, dass hier mehrere Generationen von Inselbogen-Beckensystemen zusammengeschoben wurden, die sich in verschiedenen Phasen der Schließung der Tehtys-See bildeten.

Die Region um das Epizentrum des aktuellen Bebens liegt auf dem Eastern Kunlun-Quaidam-Block, der im Norden von der Haiyuan-Störung und im Süden von der Kunlun-Störung begrenzt wird. Bei beiden Strukturen handelt es sich um große Blattverschiebungen. Der Erdstoß ereignete sich an einer lokalen Störung, die wahrscheinlich mit der South Qilian Störungszone assoziiert ist, die parallel zu den beiden großen Blattverschiebungen verläuft.

Vulkan Ätna mit neuem 3d Bild am 03.02.23

Neues 3d Bild zeigt Lavastrom am Ätna

Der Lavastrom am Ätna ist weiterhin aktiv und emittiert eine Wärmestrahlung mit 312 MW Leistung. Damit liegt sie ein gutes Stück hinter den bisherigen Spitzenwerten der Eruption, als im Januar zweimal mehr als 1000 MW Leistung registriert wurde. Damals wurden die Werte als sehr hoch eingestuft, heute liegen sie im moderaten hohen Bereich. Da die Leistung proportional zur emittierenden Wärmefläche ist, kann man davon ausgehen, dass der Lavastrom deutlich weniger Fläche einnimmt als es Anfang Januar der Fall war. Zur Stunde fließt die Lava entlang des Valle del Leone und man kann den Lavastrom auf der Thermalcam nur angeschnitten sehen. Es ergießt sich keine frische Lava ins Valle del Bove. Anders verhielt es sich am 1. Februar, als die oben gezeigte Satellitenaufnahme erstellt wurde. Auf der räumlich wirkenden 3D-Visualisierung, die aus mehreren Satellitenfotos am Rechner erstellt wurde, erkennt man den Lavastrom, wie er ins Valle del Bove fließt. Der Lavastrom wurde auf der Tagesaufnahme sichtbar, indem man das Licht im SWIR-Band filterte.

Auf der Visualisierung erkennt man sehr schön das zweigeteilte Lavafeld, das im Zuge der Eruption erzeugt wurde. Der Ausbruch begann am 27. November 2022. Zuerst wurde der nördlichere (rechte) Teil des Lavafelds erzeugt. Nach einer kurzen Pause verlagerte sich die Aktivität südwärts. Aus dieser Beschreibung geht hervor, dass man auf dem Bild vom Osten aus in Richtung Westen guckt und das Bild nicht wie üblich eingenordet ist. Grund hierfür ist, dass man gut das Valle del Bove erkennen kann, das von 2 steilen Rändern eingefasst wird. Im Laufe der Eruption erreichte die Lava den Fuß der Steilwand des Tals. Gut zu erkennen ist auch der frische Lavastrom, der im Mai/Juni floss und ein Stück auf der Talsohle des Valle del Bove unterwegs war.

Die Visualisierung visualisiert auch schön, dass der Lavastrom nicht ganz so einfach zu erreichen ist und an einem recht unzugänglichen Ort liegt. In den letzten 10 Jahren hat sich der Südostkrater soweit vergrößert, dass sein Osthang praktisch ins Valle del Bove übergeht. Früher konnte man da noch prima drumherum laufen.

Naturkatastrophen 03.02.23: Arctic Outbreak USA

Arctic Outbreak beschert dem Nordwesten der USA eine weitere Naturkatastrophe

Ein weiterer Ausbruch arktischer Kaltluft beschert dem Nordwesten der USA strengen Frost, dem bis jetzt bereits 10 Menschen zum Opfer fielen. Dabei ist in den Medien von neuen Temperatur-Tiefst-Rekorden die Rede, wie sie ein Mensch wohl nur einmal im Leben erlebt. Dabei steht den Menschen wohl noch das Schlimmste bevor: die aus Kanada heranziehende Kaltluftfront lässt die Temperaturen um 40 bis 50 Grad abstürzen. Dabei herrscht starker Wind, sodass die gefühlten Windchill-Temperaturen noch deutlich unter den gemessenen Temperaturen liegen. Innerhalb von Minuten drohen starke Erfrierungen. Am tiefsten soll das Thermometer am Mount Washington fallen: Dort werden heute Nacht -43 Grad prognostiziert. Aber auch im tiefer gelegenen Maine im US-Bundesstaat New England werden -27 Grad erwartet. Bei starkem Wind soll sich das dann wie -41 Grad anfühlen.

Jay Broccolo, Leiter der Wetterstation eines Observatoriums auf dem Mount Washington in New Hampshire, sagte am Donnerstag, dass die Windgeschwindigkeiten 170 km/h erreichen könnten.

„Wir nehmen die Sicherheit auf den höheren Gipfeln sehr ernst“, sagte Broccolo, „und die Vorhersage für dieses Wochenende sieht selbst für unsere Verhältnisse ziemlich krass aus“. Der Mount Washington hielt jahrzehntelang den Weltrekord für die schnellsten Windböen.

Die letzte Kältewelle ist erst wenige Tage her: Anfang der Woche drang Kaltluft bis in den Südosten der USA vor. Alleine in Texas kamen 7 Menschen ums Leben. Glatteis durch überfrierenden Regen sorgte für ein Verkehrschaos. Zudem mussten 800 Flüge gestrichen werden und es kam zu Stromausfällen. Alleine in Texas waren 400.000 Haushalte von den Stromausfällen betroffen gewesen. Jetzt taut es kurzfristig und das Eis auf Dächern und Bäumen schmilzt. Behörden warnen vor herabfallenden Eisbrocken.

Ohne Zweifel erleben Teile der USA den außergewöhnlichsten Winter seit Jahrzehnten. Dabei stehen die eisigen Temperaturen nicht im Widerspruch mit der globalen Klimakatastrophe, sondern sind- so paradox es auch klingen mag- eine Folge der Temperaturerhöhung, denn durch steigende Temperaturen in der Stratosphäre lässt der Jetstream nach, sodass Kaltluftmassen aus der Arktis weiter bis in den Süden vordringen können.

Auch im Süden Deutschlands und in Osteuropa hat es in den letzten Stunden heftige Schneestürme gegeben. In den Alpen fielen bis zu 100 cm Neuschnee. Auch von der italienischen Ferieninsel Sardinen wird viel Schnee gemeldet. Sogar auf Mallorca schneite es.

Vulkan Nyamuragira mit thermischen Signal am 03.02.23

Sehr hohes thermisches Signal vom Nyamuragira

Der Virunga-Vulkan Nyamuragira liegt in der Demokratischen Republik Kongo und emittiert seit gestern Abend ein sehr hohes thermisches Signal. Das Erste wurde bei MIROVA um 20.15 Uhr angezeigt und hatte eine Leistung von 3066 MW. Eine zweite Messung um 23.44 Uhr kam auf 1765 MW Leistung. Davor wurden immer nur moderate Werte im zweistelligen Bereich registriert. Leider werden aus der Region immer nur einmal die Woche Sentinel-hub Bilder veröffentlicht und das letzte ist erst 2 Tage alt. Darauf war nur eine winzige thermische Anomalie sichtbar gewesen, die wahrscheinlich von einem heißen Gasstrom aus einem Förderschlot erzeugt wurde. Die hohen Werte von gestern lassen vermuten, dass es zu einem größeren effusiven Vulkanausbruch gekommen ist, der den Calderaboden zum großen Teil mit Lava flutete. Solche Ereignisse kommen immer wieder vor. Ähnlich hohe Werte wurden zuletzt im Dezember gemessen, doch seit Anfang des Jahres war es relativ ruhig am Nyamuragira, mit nur moderaten Thermalwerten und praktisch ohne Lava-Ausstoß. Die Ereignisse aus dem Dezember und das von jetzt waren die stärksten Eruptionen seit mindestens einem Jahr.

Seltene Augenzeugenberichte vom Nyamuragira

Augenzeugenberichte von diesen Ereignissen sind extrem selten, denn noch immer durchstreifen Rebellen die Berghänge der Virunga-Vulkane und schrecken nicht davor zurück, Neugierige zu überfallen. Oft genug kommt es zu Feuergefechten zwischen Soldaten und Rebellen und auch Parkranger wurden bereits erschossen. Keine schöne Situation im Kongo! Besteigungen des Vulkans gibt es seit Jahren nicht mehr. Wenn sich jemand hintraut, dann lassen sich die Beobachter von einem Hubschrauber direkt am Gipfel absetzen. Bei einem Anflug auf den Vulkan entstand das Foto, das einen der seltenen Gipfelblicke freigibt. Gut zu sehen ist die Caldera mit einem Pitkrater und einer von Lava überfluteten Fläche.

Der Nachbarvulkan Nyiragongo, den man auf dem Bild des Twitter Nutzers Alexi de Maracaibo im Hintergrund sieht, ist relativ ruhig und zeigt auf dem letzten Sentinel-Foto ebenfalls nur eine kleine thermische Anomalie. Von der Bildung eines Lavasees sind wir da weit entfernt.

Vulkane-News 02.02.23: Ätna

Ätna mit fluktuierender Lavastrom-Aktivität

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Aktivität: Effusiv

Die Lavastrom-Aktivität am Ätna hat heute Nacht stark nachgelassen. Auf der Thermalcam des INGVs sah man bis heute Nachmittag nur ein kaltes Blau mit ein paar Grüntönen. Der Lavastrom schien versiegt zu sein. Doch seit ein paar Minuten ist wieder das Gelb frischer Lava zu sehen. Es bewegt sich auf die Oberkante des Valle del Bove zu. Anhand der geophysikalischen Parameter kann man derzeit kein ungewöhnliches Verhalten des Vulkans ableiten. Die Seismizität bewegt sich auf normalem Niveau. Heute gab es ein Erdbeben Ml 2,0 im Osten des Vulkans. Es hatte ein Hypozentrum in 7 km Tiefe und manifestierte sich an einer bekannten Störungszone 6 km nördlich von Acireale.

Erwähnenswert ist auch ein Beben Ml 2,3 das sich wenige Kilometer westlich von Stromboli zutrug. Der Erdbebenherd lag im Grenzbereich Asthenosphäre-Erdmantel.


Erta Alé: Aktivität rückläufig

Staat: Äthiopien | Lokation: 13.60, 40.70 | Aktivität: Hawaiianisch

Der Erta Alé ist heute der Dritte im Bunde, denn auch hier scheint die Aktivität nagelassen zu haben: Ein neues Sentinel-Satellitenfoto zeigt, dass der aufgestaute Lavasee im Nordpit bereits wieder erkaltet ist. Die Eruption hatte am 28. Januar begonnen. Bei früheren Ereignissen dieser Art folgten mehrere Aktivitätsphasen hintereinander.

Der Lavasee im Südkrater bleibt gedeckelt. Schwache Wärmesignaturen gehen von den beiden Hornitos aus. Tatsächlich ist es auch möglich, dass der Lavasee under dem vermeintlichen Deckel inaktiv ist.


Kilauea: Lavaseen weiter aktiv

Staat: USA | Lokation: 19.42, -155.29 | Aktivität: Hawaiianisch

Am Kilauea auf Hawaii schwächelte die Aktivität heute Morgen ebenfalls und der aufgestaute Lavasee zeigte sich zum großen Teil oberflächlich erkaltet. Doch die Situation hat sich wieder „normalisiert“ und man kann auf der LiveCam zwei Lavaseen erkennen. Der Durchmesser des größeren, aufgestauten Lavasees scheint generell abgenommen zu haben.

Vulkan Shiveluch am 02.02.23

Staat: Russland | Koordinaten: 56.65; 161.36 | Aktivität: Dom

Shiveluch mit Eruptionsserie

Im sibirischen Kamtschatka ist der Shiveluch sehr aktiv und eruptiert mehrmals täglich Aschewolken. Laut VAAC erreichen sie eine Höhe von bis zu 5500 m und driften nach Nordosten. MIROVA detektiert thermische Anomalien mit einer moderaten Leistung von 50 MW. Das zuständige Observatorium KVERT berichtet von anhaltendem Domwachstum, das nicht nur von Explosionen begleitet wird, sondern auch von den Abgängen glühender Schuttlawinen. Außerdem kommt es zu starken Entgasungen. Nachts erkennt man rotglühende Lava am Dom.

Der Alarmstatus steht auf „orange“. KVERT warnt davor, dass die extrusive Eruption des Vulkans anhält. Es können jeder Zeit Ascheexplosionen auftreten, die eine Höhe von bis zu 15 km über dem Meeresspiegel erreichen. Die anhaltende Aktivität könnte internationale und niedrig fliegende Flugzeuge beeinträchtigen.

Auffällig am Shiveluch ist, dass der Dom nicht in einem Krater wächst, sondern in einer Depression, die durch einen Flankenkollaps entstand. Dadurch ist der Vulkan wie ein Hufeisen geformt, dessen Öffnung nach Süden zeigt. Während der Gipfel des Vulkans 3283 m hoch ist, liegt der Dom auf ca. 2500 m Höhe. Solche Konstellationen kommen häufiger vor, als man auf den ersten Gedanken meinen könnte. Dombildende Vulkane neigen zum Flankenkollaps, wie wir es etwa vom Mount St. Helens kennen. Auch der aktuell aktive Domvulkan Santiaguito bildete sich an der Basis einer kollabierten Vulkanflanke. Dombildende Vulkane fördern zähflüssige Lava, die schon im Fördersystem schlechter fließt als etwas Basaltlava. Dadurch verstopft das Fördersystem schneller und das aufsteigende Magma staut sich im Vulkan und bildet einen Magmenkörper. Die zähe Schmelze sucht sich einen Weg entlang von Schwächezonen des Vulkans und weicht dabei häufig zur Seite aus und destabilisiert die Vulkanflanke. Im Falle des Mount St. Helens hatte sich sogar eine große Beule gebildet. Hier war dann letztendlich ein Erdbeben Auslöser der finalen Flankenrutschung, wodurch eine desaströse seitwärts gerichtete Eruption stattfand. Im Falle des Shiveluchs ist das Flankenversagen nebst Calderabildung länger her. Das Ereignis fand bereits im Pleistozän statt.

Vulkan Lascar am 02.02.23

Dom im Krater des Vulkans Lascar entdeckt

Staat: Chile | Koordinaten: -23.36, -67.73 | Aktivität: Dom

Auf einem neuen Skysat Collect-Satellitenbild, das am 30. Januar aufgenommen wurde, haben Forscher von SERNAGEOMIN einen Lavadom im Krater des Vulkans Lascar entdeckt. Die neue Staukuppel misst 81 x 93 Meter und hat eine Fläche von 5331 Quadratmetern. Zwei Tage vor dem Aufnahmedatum wurde die Alarmstufe des chilenischen Vulkans auf  „orange“ gesetzt, weil ein signifikanter Anstieg vulkanisch bedingter Erdbeben festgestellt wurde. Außerdem kam es zu Asche-Emissionen. Zunächst befürchteten die Vulkanologen, dass es eine größere Ascheeruption geben könnte. Stattdessen war bereits eine effusive Eruption im Gange, in deren Zug der Dom aus zähflüssiger Lava gefördert wurde. Er sitzt nun auf dem Förderschlot und verstopft ihn, weshalb die Gefahr einer Explosion noch größer geworden ist. Sollte es zu einer Explosion des Doms kommen, dann ist es wahrscheinlich, dass eine hoch aufsteigende Aschewolke entsteht, bei deren Kollaps pyroklastische Ströme generiert werden könnten. Sollte der Dom über den Kraterrand hinaus wachsen, ist die Gefahr besonders groß, dass der Dom selbst kollabiert oder Teile von seinem Rand abbrechen. Auch bei solchen Gelegenheiten werden oft pyroklastische Ströme erzeugt. Die Glutwolken können große Entfernungen zurücklegen und haben ein großes Zerstörungspotenzial. Zum Glück ist der Lascar ein gutes Stück von den nächsten Siedlungen entfernt. Allerdings wird in Sichtweite Lithium produziert, das in großen Verdunstungsbecken aus lithiumhaltiger Sole gewonnen wird. Sollte es zu einem wirklich großen Vulkanausbruch kommen, könnte Aschefallout die Becken lahm legen. Lithium wird vor allem für die Herstellung von Autoakkus gebraucht und wird immer wichtiger.

Vor dem letzten großen Ausbruch des Lascars im Jahr 1993 wuchs ebenfalls ein Lavadom. Damals kam es auch zu einer Explosion und der Generierung pyroklastischer Ströme. Es wurden auch große Vulkanbomben und Blöcke ausgestoßen, die durch die Fragmentierung des Lavadoms entstanden. Die Sperrzone beträgt 10 km und wird bei weiterem Domwachstum bestimmt noch ausgeweitet werden müssen.

Erdbeben-News 01.02.23: Philippinen

Erdbeben Mw 6,0 auf Mindanao

Datum: 01.02.23 | Zeit: 10:44:45 UTC |  7.76 N ; 126.06 E | Tiefe: 10 km | Mw 6.,0

Auf der philippinischen Insel Mindanao hat es heute Mittag ein Erdbeben der Magnitude 6,0 gegeben. Das Hypozentrum lag 10 km tief. Das Epizentrum wurde 6 km süd-südöstlich von Monkayo lokalisiert. So starke Erdbeben an Land gibt es auf den Philippinen nicht so oft. Anders sieht es da entlang der großen Störungszonen am Philippinengraben aus. Ein Blick auf die Shakemap enthüllt nicht nur diese Beben, sondern zeigt auch den Erdbebencluster in der indonesischen Molukkensee, wo täglich moderate Erdbeben hinzukommen.